Die Gefallenen des I. und II. Weltkrieges

und die Opfer des Stalinismus aus Schallenburg

 

Die Opfer der beiden Weltkriege und der Gewaltherrschaft im 20. Jahrhundert sind nie aus dem Gedenken der Verwandten und Bekannten ausgelöscht gewesen. Zu DDR-Zeiten war die Errichtung einer öffentlichen Gedenkstätte ein Tabu-Thema.

Nach der Wende wurden Gedanken über die Schaffung eines Gefallenen-Denkmals, wie es fortan bezeichnet wurde, immer aktueller.

Im Mai 1999 berieten einige Bürger um Helmut Dönicke, bei dem sich künftig alle Aktivitäten konzentrierten, tatkräftige Maßnahmen zur Inan-griffnahme. Herr Dönicke betonte immer wieder: „Ich mußte selbst am II. Weltkrieg teilnehmen und bin mit dem Leben davon gekommen. Viele meiner Schulkameraden und Bekannten sind Opfer dieses mörderischen Krieges geworden.“

In mühevoller Kleinarbeit wurden Spendenaufrufe verfaßt und an Verwandte und Bekannte der Gefallenen und an Sponsoren verschickt. Zahlreiche Gespräche u. Verhandlungen mit kommunalen und kirchlichen Einrichtungen mußten geführt und Beratungen über die Baumaßnahmen eingeleitet werden.

Es lag in der Natur der Sache, daß es immer wieder Fragen von Beteiligten gab, die beantwortet werden mußten. Erkundungsfahrten in umliegende Gemeinden, die bereits Gedenkstätten geschaffen hatten, gehörten

ebenfalls zu den Vorbereitungen, die geduldig von Helmut Dönicke bewältigt wurden.

Im Ergebnis dieser Aktivitäten konnten 25.000,- DM aufgebracht werden, darunter Einzelspenden bis 1.000,- DM. Der Landrat des Kreises Sömmerda, Herr Dohndorf, konnte einen Scheck von 5.000,- DM aus Lottomitteln beisteuern. In einer öffentlichen Diskussion, die auch in der örtlichen Presse geführt wurde, konnten aufgetauchte Fragen und Probleme geklärt werden. Die Bauausführung war einer Firma aus Sprötau übertragen worden. Nach der Feier zur Goldenen Konfirmation am 19. Mai und einem Gottesdienst am folgenden Tag wurde bei Anwesenheit des Landrates, Herrn Dohndorf, des Bürgermeisters von Sömmerda, Herrn Flögel, des Beigeordneten, Herrn Engelhardt und etwa 200 Bürgern aus Schallenburg und umliegenden Orten das Gefallenen-Denkmal auf dem Friedhof eingeweiht. Die Rede hielt das MdL, Herr Dr. Carius. Nach der feierlichen Einweihung des Denkmals trafen sich zahlreiche Schallenburger und ehemalige Einwohner, die extra von weither, u.a. aus Städten am Rhein,aus Bayern und Niedersachsen, angereist waren, in der Gaststätte „Bierbach“. Diese Gaststätte steht an der Stelle der ehemaligen Gemeindeschenke. Dort wurden Gespräche geführt, Erfahrungen ausgetauscht, Erlebnisse aufgefrischt und Bekanntschaften erneuert. Diese Zusammenkunft wird als das „Schallenburger Jahrhunderttreffen“ bezeichnet.