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                               768-814

Zur Zeit Carls des Großen wurde Thüringen in vier Gaue eingeteilt. In Mittelhausen fand ein Gerichtstag (damals Landding) statt, der 14 Tage dauerte. Dort wurde u.a. der Ort Schallenburg (Schalckeborg) genannt.

(cf.Menckenii, Script. Rer.Germ. I. Pag. 833-855, auch Thür. Chron. Von Ninus und Trebeta bis zum Jahre 1322, abgedruckt in Lepsius, Kl. Schr., Magdeb. 1854, pag.289)

                               1309

Zwischen dem Landgrafen von Thüringen und der Stadt Erfurt entbrannte ein 7jähriger Krieg. Dabei wurden Schallenburg, Sömmerda u.a. Orte zerstört.

                               1327


Die erste zuverlässige Erwähnung Schallenburgs findet sich in einer Urkunde des Provinzialarchivs in Magdeburg vom Jahre 1327, durch die die Gebrüder Guntherus und Ebirherus de Stusfurth einViertel Landes zu Grossen-Schalkeburg an Heinrichvon Aligen übertragen.

(Magdeb. Prov.-Archiv.)

                             1335-1418

Schallenburg und Sömmerda kommen unter die Botmäßigkeit von Erfurt. Fehden, Zänkereien, Gewalt-akte, viele Kriege und Zerstörungen immer wieder auf Kosten der Bauern ausgetragen, kennzeichnen diese Jahre.

                               1351


Burchard von Bruchtirde, Kanonicus St. Mariae zu Erfurt, verkauft mit Consens seiner Brüder Johann, Theodoricus und Albertus dem Dechant und Kapitel daselbst 6 Talente, 6 Schilling und 3 Denare, 33 Hühner und 3 Gänse Erbzinsen aus 4,5 Hufen Ackerlandes, 1 Hof und 1 Wiese zu Herswenden,Salmanstorf bei Tunzenhusen und Schalkeburg für 28 Mark Silber. Die Urkunde trägt das Siegel Alberti de Bruchtirde, welches gleich dem von Hake´schen Wappen 2 gekreuzte Schlüssel mit abwärts gekehrten Bärten darstellt.
(Erf. Urkunde der Marienkirche)

                             1386-1410

Schriften zwischen den Landgrafen in Thüringen und den Grafen von Schwarzburg über die Großen-Somerde, Schalkborg, Tunzenhausen und Bersdorff gelegenen Wüstungen etstandenen Gebrechen.

(Dresd. Hpt.-St.-Arch.)

                               4.03.1387


Bürger von Erfurt kaufen dem Abt zu Fulda das Schultheißenamt Schallenburg, Sömmerda u.a. Orte ab.

                                 1389

Der Graf zu Schwarzburg nimmt den Honsteiner Grafgefangen und führt ihn über Schallenburg nach Sömmerda. Er läßt ihn in einer Zelle vor dem Wenigensömmerschen Tor verhungern.

                                 1411


Am Donnerstag nach Jacobi teilte Graf Heinrich XXV. von Schwarzburg mit seinem Bruder Graf Günther die väterlichen Herrschaften, wobei dem Gra-fen Heinrich die Orte Arnstadt, Plauen, Könitz, Klingen, Greußen, Sömmern und Schallenburg, Aroldshausen, Schloß Arnsburg mit dem Teiche zu Gellingen sammt allen zugehörigen Dörfern zufiel.

(Müldner,Bergschl.,pag22 -P. Jov.c.I.part.V.cap.31.)


                                 1418

Graf Heinrich von Schwarzburg verkauft die DörferGroßen-Sömmerda und Schalkenburg wie auch die Mühle zu Wenigensömmern, das Vorwerk und den Walddahinter gelegen dem Stadtrat zu Erfurt für 2750 Mark löth. Silbers, welche Dörfer damals dem Stifte Fulda zu Lehne gingen.

(Weim. gem. Arch. d. Sächs. Ernest. Hauses.)


                                 1419

Lehnbrief des Stiftes Hersfeld gegen die Herrschaft Gleichen über Herveldsdorff, WenigenSchalkenberg, Cranichborn, das Kirchlehen im Dorfe Griffstedt und das Rabenhornholz.

(Goth. St.-Arch.)

                                 1504

Der Theologiestudent Martin Luther passierte mehrfach Schallenburg auf seinem Weg von Erfurt nach Mansfeld. Er benutzte die Strecke von Erfurtüber Stotternheim, Alperstedt, Schallenburg, Tunzenhausen, Weißensee nach Mansfeld.Der Weg nach Tunzenhausen wurde damals als „Erfurter Weg“bezeichnet.


                                 1510

Der Rath zu Erfurt wird infolge einer Beschwerde des Abtes zu Fulda aufgefordert, die Fulda´schen Lehne (Groß-Sömmerda und Schallenburg), welche erlange Zeit nicht gemuthet, wieder zu muthen, widrigenfalls der Abt solche einziehen werde.

(Magdeb. Prov.-Arch.)


                                 um 1520

In der Zeit der Reformation wurde in Schallenburglutherisch gepredigt.Es ist überliefert, daß Gläubige aus Sömmerda nach Schallenburg kamen, sogar nachts über die Stadtmauer klettern mußten,um am reformierten Gottesdienst teilnehmen zu können.


                                 1510-1664

Dieser Zeitraum wird als schrecklicher Zeitraum „der Anarchie und der Kriegsschrecknisse“ für Er-furt, Sömmerda und die umliegenden Dörfer bezeichnet. 1550 tauschte Herzog Moritz von SachsenSömmerda und Schallenburg mit Erfurt gegen Langensalza aus, schickte Truppen nach Sömmerda, Rohrborn, Tunzenhausen und Wenigensömmern und musterte Landsknechte aus. Kurze Zeit später starb Herzog Moritz. Schallenburg, Sömmerda u.a. Dörfer fielen an Erfurt zurück. Sofort fiel der Nachfolger von Moritz in die Orte ein und führte Strafexpedition durch.


                                   1557

Jocuff Grimm zu Schallenburgk wirft beim Pflügen auf dem Felde nach seinem Bullen und trifft einenKnaben der Wittwe Caspar Amphurts dergestallt, daß derselbe am Wurfe stirbt. Dafür mußte Jocuff Grimm der Wittwe 20 Gulden Entschädigung geben.Pfarrer zu Schallenburg war zu jener Zeit Anthonius Fellebaum.

(Urkunde des Pfarrers Leitzmann zu Tunzenhausen.)


                                  1567

Nach der Eroberung der Festung Grimmenstein in Gotha zogen 400 kursächsische Reiter mit dem gefangenen Herzog Johann Friedrich durch Schallenburg und Sömmerda. Sie brachten den Herzog auf die Neuenburg, wo er bis zu seinem Tode in Gefangenschaft verblieb.


                                   1581

Vertrag zwischen den Rittergutsbesitzern zu Tunzenhausen und dem Rath zu Erfurt namens der Gemeinden Großen-Sömmerda und Schallenburg, betreffs der Trift, der Hutweide und der Gerichte
im Rieth, welcher Vertrag vom Churfürsten August von Sachsen ratificirt wurde.

(Thür. Cop.)


                                   1609

„Hat der Ort Schallenburg einen großen Brand ausgestanden, denn es kam den 10. September Feuer aus, dadurch in kurzer Zeit 37 Wohnhäuser sammt Scheunen und Ställen eingeäschert wurden dadurch großer Schaden geschahe, weilen die Leute eingeerndet und noch wenig ausgedroschen hatten.“

(Alte und neue Thüring´sche Chronika, Frankfurt und Leipzig, 1725)


                                 1622-1636

Oft erfolgten Einquartierungen, Plünderungen und Durchzüge von Soldaten in Sömmerda, Schallenburg,Wenigensömmern, Rohrborn u.a. Orten.Vielfach mußten Vorspanndienste geleistet werden, noch öfter wurden Pferde gestohlen.1632 am 20.10. wird Wenigen-Schallenburg durch die Pappenheimer (das war ein kaiserliches Kürassierregiment unterder Leitung des Generals Graf von Pappenheim, deram 16.12.1632 in der Schlacht bei Lützen tödlich verwundet wurde) zerstört.1636 wütet die Pest in Sömmerda und den umliegenden Ortschaften.


                                   1648

Der Rat von Sömmerda hilft Leuten aus Schallenburg, die durch Brand und Raub alles Hab und Gut verloren hatten.

                                   1682

In Sömmerda und den umliegenden Orten krassiert eine Seuche, die man „den brennenden Krebs“
nannte.


                                   1701

Die Kirche, deren Thurm noch spätgothische Formenzeigt, wurde 1701 durch Anbau um die Hälfte vergrößert und modernisirt, doch hat sich in derselben ein im Ganzen wohl conservirter Altarschrein erhalten mit der Krönung Mariae auf besonders erhöhtem Untersatz in der Mitte und drei Heiligen auf jeder Seite. An den Seitenklappen stehen ebenfalls je drei Heiligenfiguren.