Die Geschichte der Kirche zu Schallenburg reicht weit bis ins Mittelalter zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1387. Ursprünglich eine katholische Kapelle, wurde sie mit der Reformation sehr früh protestantisch. 1710 begann man mit dem An- und Ausbau. Das Kirchenschiff wurde um die Hälfte vergrößert. Die Erweiterung im Osten erkennt man an den Rundbogenfenstern, der wiederverwendeten spätgotischen Sakramentsnische, dem Kanzelaltar mit Sägewerksver-zierungen, anderen Steinen und Fenstersimsen als im Westteil. Die Decke zeigt ein volkstümliches Gemälde (um 1750), „Jüngstes Gericht“ und

Hl. Trinität“, das lange übermalt und erst 1934 freigelegt worden ist. Noch älter sind die Gemälde an den Emporen. Der letzte Pfarrer von Schallenburg, der auch hier wohnte, war Pfarrer Bestehorn. Pfarrer Samson Liebe (1650-1692), ist in einem Bild verewigt und den Grabstein von Pfarrer Andreas Arnoldi (1692-1732) findet man an der Südwand.

Renoviert wurde die Kirche 1854, 1897 und 1934, als das Erntedankfest eingeweiht wurde. 1864 mußten Stützpfeiler errichtet werden, weil in den Jahren 1701 und 1802 tragende Balken entfernt worden waren. Die Kirche „St. Cyriakus“ hat drei Glocken, zwei aus Stahl aus dem Jahr 1922 und eine Bronzeglocke von 1573. Diese Glocke stammt aus dem im 30-jährigen Krieg verwüsteten Dorf Wenigen-Schallenburg, wurde im 1. Weltkrieg nicht beschlagnahmt , dafür im 2. Weltkrieg. Sie wurde aber nicht zerstört und kam nach Schallenburg zurück. Die große Glocke trägt die Inschrift „Alle meine Hoffnung endet in Got, Ehr hilft mir aus aller Not.Eckhart Kochigen MDLXXIII“. Die mittlere Glocke trägt die Inschrift „Mich goss Joh. Georg u.Joh. Gottfr. Uhlrich in Apolda Anno MDCCLXXI, Gloria In Excelsis Deo“. Die kleine Glocke trägt die Worte „Anno 1742 goss mich N. J. Sorber in Erffurth“.

All dieses Wissen ist dem Förderverein „St. Cyriakus Schallenburg e.V.“ zu verdanken, der sich im Jahre 2001 gründete. Die heute 29 Mitglieder hatten das Ziel, die Kirche vor dem Verfall zu retten. Erste Aufgabe war es, die Kirche und das Umfeld von Unrat zu beräumen. Es gab schadhaftes Mauerwerk, Fußboden und angefaulte Holzträger. Die fehlende Dachent-wässerung wurde angebracht und der Kirchhof begrünt und bepflanzt. In diesem Jahr wurden das Eingangsportal und drei Stufen erneuert, sechs neue Fenster und fünf neue Fensterbänke eingesetzt. Der Nordgiebel wurde erneuert und ein Dach über der Außentreppe errichtet. Dies alles ist in erster Linie dem Förderverein „St. Cyriakus Schallenburg e.V.“ unter dem Vorsitz von Werner Strickrodt und natürlich den Firmen Schiecke,Bierbach, Fricke, Rothe, Lubich und zahlreichen Spendern wie der Familie Schinkel zu verdanken, bei denen sich der Förderverein an dieser Stellerecht herzlich bedanken möchte.


(Aus einer Veröffentlichung im Allgemeinen Anzeiger am 12. Januar 2005)